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Wann bekommt man
Intensivpflege?

Intensivpflege wird notwendig, wenn lebenswichtige Körperfunktionen so schwer beeinträchtigt sind, dass eine ständige Überwachung durch eine Pflegefachkraft unabdingbar ist. Das kann im Krankenhaus auf der Intensivstation der Fall sein, aber auch zu Hause oder in einer spezialisierten Wohngemeinschaft: dann spricht man von außerklinischer Intensivpflege.

Entscheidend ist dabei nicht eine bestimmte Diagnose, sondern die Frage: Kann diese Person sicher versorgt werden, ohne dass jederzeit eine Pflegefachkraft unmittelbar anwesend ist? Wenn die Antwort nein lautet, ist Intensivpflege angezeigt.

Häufige Anlässe für Intensivpflege

Beatmungspflicht

Der häufigste Grund für außerklinische Intensivpflege ist eine dauerhafte oder zeitweise Abhängigkeit von einem Beatmungsgerät. Das gilt sowohl für die invasive Beatmung über eine Trachealkanüle als auch für die nicht-invasive Beatmung über eine Atemmaske. Beatmungsgeräte müssen engmaschig überwacht werden, und Atemprobleme können sich jederzeit ohne Vorwarnung entwickeln. 

Tracheostoma

Menschen mit einem künstlichen Luftröhrenzugang benötigen regelmäßige Pflege des Tracheostomas, Absaugen von Atemwegssekret und – je nach Situation – den fachgerechten Wechsel der Trachealkanüle. Auch hier ist eine sofortige Reaktionsfähigkeit rund um die Uhr erforderlich. 

Schwere neurologische Erkrankungen

Bei dauerhaftem Wachkoma (apallisches Syndrom), schweren Schlaganfallfolgen, ALS oder anderen neurologischen Erkrankungen, bei denen Atem- und Kreislauffunktionen gefährdet sind, kann Intensivpflege erforderlich werden. Ebenso bei schweren Lähmungen, die eine vollständige Übernahme aller Lebensaktivitäten notwendig machen. 

Schwere Erkrankungen von Herz, Lunge oder anderen Organen

Nach schweren Herzinfarkten, ausgedehnten Operationen, bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen im Endstadium oder anderen internistischen Erkrankungen, bei denen Vitalfunktionen dauerhaft instabil sind, kann ebenfalls ein intensivpflegerischer Bedarf bestehen.

Schwere Verletzungen und postoperative Versorgung

Polytrauma, schwere Verbrennungen oder komplexe postoperative Situationen können – zumindest zeitweise – eine intensivpflegerische Überwachung erfordern, bis sich der Zustand stabilisiert hat.

Aufwendige Wundversorgung und komplexe Behandlungspflege

In Einzelfällen kann auch ein extrem hoher Behandlungspflegebedarf – etwa bei schweren chronischen Wunden oder anderen medizinischen Maßnahmen, die täglich mehrfach durchgeführt werden müssen – zu einem intensivpflegerischen Versorgungsbedarf führen.

Wie bekommt man Intensivpflege?

Intensivpflege muss ärztlich verordnet werden. Zugelassene Vertragsärztinnen und -ärzte bestimmter Fachrichtungen sowie Krankenhausärzte stellen die Verordnung aus, wenn die medizinischen Voraussetzungen vorliegen. Im Anschluss prüft der Medizinische Dienst der zuständigen Krankenkasse, ob der Anspruch nach § 37c SGB V erfüllt ist, und die Krankenkasse erteilt die Genehmigung.

Liegt bereits ein Krankenhausaufenthalt vor, ist der Sozialdienst des Krankenhauses in der Regel die erste Anlaufstelle – er unterstützt bei der Planung der Entlassung und der Organisation der anschließenden Versorgung zu Hause.

Wer trägt die Kosten?

Die außerklinische Intensivpflege wird von der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert. Eigenanteile können im Einzelfall entstehen; verbindliche Auskunft erteilt die zuständige Krankenkasse.

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